Andrés Orozco-Estrada (in Produktion)

Wer den Kolumbianer Andrés Orozco-Estrada bei Orchesterproben (mit dem Mahler Chamber Orchestra, dem WDR-Sinfonieorchester oder „seinem“ Tonkünstler-Orchester) beobachtet, erlebt einen temperamentvollen, sehr drahtigen Dirigenten: Er spricht engagiert und schnell, führt dem Orchester mit ausufernden oder innig-zarten Bewegungen die richtige Stimmung vor und verströmt Kraft - immer auf der Suche nach der Seele in der Musik.

Trifft man Andrés Orozco-Estrada jedoch nach der Probe, erlebt man einen ruhigen und bescheidenen Mann. Einen 35-jährigen, bei dem jeder Satz durchdacht ist, egal ob er über Komponisten spricht, über Wiener Süßspeisen oder die ihn so faszinierende europäische Ordnung der Dinge. Und es ist wohl diese Mischung aus großen Gefühlen und einer klaren Struktur, die ihn schon als jungen Dirigenten so erfolgreich macht. Orozco-Estrada ist als 19-jähriger aus Kolumbien zum Studium nach Wien gekommen und trägt das Positive beider Kulturkreise in sich.

Wir begleiten den Kolumbianer zwei Jahre lang mit der Kamera nach Wien, Glyndebourne sowie Kolumbien, beobachten, wie er seine beiden neuen Chefdirigenten-Positionen beim Houston Symphony Orchestra und beim hr-Sinfonieorchester Frankfurt antritt und eine Weltkarriere startet.