Mythos Tenor (in Produktion)

Wilder Schrei der Seele – so nennen die Italiener das hohe c eines Tenors. Seit Jahrhunderten sind Sänger, die hohe Töne mit der Bruststimme singen, Mittelpunkt der Opernwelt - vor allem der Frauenwelt. Enrico Caruso oder auch Mario del Monaco wurden zu ihren Zeiten gefeiert wie Popstars. Als Luciano Pavarotti noch lebte, traten erstmals Drei Tenöre gemeinsam zur römischen Fussballweltmeisterschaft wie Stimm-Akrobaten auf. Doch es geht um mehr, als darum den Körper auf die Produktion von unnatürlichen, beinahe femininen Tonhöhen zu trainieren. Vergöttert wird der Tenor erst, wenn er gleichzeitig den Habitus eines Drachentöters hat. Der Tenor-Mythos hat viel mit der Sehnsucht nach scheinbar Unvereinbarem zu tun, zum Beispiel der Gegensätze Mitgefühl und Kämpfergeist, Weichheit und Härte. Der 52-Film lange Film, der im Auftrag von ARTE/WDR entsteht macht sich mit den heutigen Tenören wie Peter Seiffert, Jonas Kaufmann, Klaus Florian Vogt, Vittorio Grigolo oder Joseph Calleja auf die Suche nach der immergleichen Faszination von Helden mit hoher Stimme.